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Labyrinth des Lächelns

Sieben Weisheiten für die Entdeckung einer oft missverstandenen Stadt

Sake, Samurai, Sushi, Shogun, Suzuki. Pokemon, Pachinko. Es ist so. Und es ist doch alles ganz anders. Satz eins gilt für die vielen europäischen Vorurteile. Ja, ja, und nochmals ja. Tokio ist laut, hässlich und beängstigend riesig. Die Luft ist schlecht, die vielen Menschen wirken erdrückend, benehmen sich komisch, in die S-Bahnen wird man mit Gewalt von Männern mit weißen Handschuhen gestopft, ein simpler Apfel kostet ein Vermögen, und die meisten Japaner verfallen in Panikstarre, wenn man sie auf Englisch anspricht. Sich durch Tokio zu schlagen, kann einem Höllentrip gleichen, der schnell die Verzweiflungsfrage aller Reisenden aufwirft: Was zum Teufel tue ich hier?
Die Antwort in diesem Falle ist: Von den Japanern lernen. Geduld haben. Biegsam sein, wie ein Bambusrohr im Winde. Sich nicht ärgern, sondern sich erfreuen an der Blume, die ihren Kopf durch Betonritzen steckt. Vielleicht lächeln die Japaner deshalb so häufig. Vielleicht sind sie deshalb so freundlich, so hilfsbereit, so voller Kindlichkeit und Schalk. So poetisch. So durch und durch liebenswert. Wie die Stadt, die nicht an ihren Sehenswürdigkeiten und Unwürdigkeiten, sondern an der Weisheit ihrer Bewohner gemessen werden sollte. In Tokio erlebt man nicht nur sein blaues, sondern vor allem schöne Wunder. Eine Einführung in sieben Gleichnissen, Weisheiten und haiku.
1. Selbst ein Weg von tausend Meilen beginnt mit einem Schritt (japanische Weisheit).
Für Ausländer ist Tokio zunächst ein Schock. Schon auf dem Fughafen Narita wird man zum Analphabeten. Keine Chance, aus der Ansammlung von Strichzeichnungen, Kanjis genannt, einen Sinn herauszulesen. Gäbe es nicht inzwischen auch englische Schilder, man würde nicht einmal den blöden deguchi, den Ausgang finden. Dafür erlebt man preußische Disziplin, gepaart mit asiatischer Fröhlichkeit. Schnurgerade Reihen an allen Schaltern. Keiner drängelt. Keiner stöhnt. Keiner stört sich an den quengelnden Kindern, die für Japaner ohnehin immer nur kawai (mit einem furchtbar langgezogenen i), einfach süß sind. Jeder lächelt, und stößt er seinem Vordermann doch mal absichtslos das Gepäck in die Hacken, gibt es viele Entschuldigungen und nicht minder viele bedauernde Verbeugungen. „Gomen nasai, gomen nasai“. Der Passbeamte grüßt mit einem freundlichen „irrashaimasu,“ - Herzlich willkommen, - das Gepäck erscheint meist prompt, vor dem Ausgang warten die Busse in die Stadt. Das Abenteuer kann beginnen.

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1. Schlürfen wie ein Staubsauger
Ein Tag im Dschungel der Großstadt Tokio

2. Fahren sie bloß nicht . . . in ein japanisches Gasthaus

3. Fahren sie bloß nicht . . . nach Tokio

 

 

 

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